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Lehrer - Traumberuf oder Horrorjob?
Ein Insiderbericht
von Arne Ulbricht
157 Seiten kartoniert
Vandenhoeck & Ruprecht, 2013
ISBN 978-3-525-70147-8
Preis: 12,99 Euro

Es brachte ihn Anfang diesen Jahres in die Schlagzeilen der deutschen Presse...! Arne Ulbricht hatte sich entschlossen, als Lehrer lieber doch kein Beamter (mehr) zu sein. Das war sehr außergewöhnlich.
Wie tickt dieser Mann? Warum macht er so etwas?
In diesem Buch beschreibt er seinen Werdegang als Schüler, Student und Lehrer in der deutschen Schul- und Unilandschaft und seine Gründe, die Verbeamtung auf Lebenszeit abzulehnen.

Verlagsbeschreibung:
"Lehrer – Traumberuf oder Horrorjob? ist ein spannender, wahrer, absurder und auch heiterer Bericht über die Abgründe des Schulbetriebs. Aber Achtung: Wer wissen will, wie es sich anfühlt, wenn man mit 26 Jahren sein Referendariat beendet, von der Schule übernommen wird und mit 30 Jahren seine Verbeamtungsurkunde auf Lebenszeit erhält, der wird enttäuscht werden. Dieses Buch steckt voller überraschender Episoden und zeugt von einem reichen, spannenden und manchmal das Absurde streifenden Erfahrungsschatz eines Lehrers, der bislang in vier Bundesländern an acht Schulen und an drei Schulen in Frankreich unterrichtet hat.
Das Buch ist sowohl ein leidenschaftliches Plädoyer für ein einheitliches Schulsystem als auch eine kämpferische Polemik gegen das Elend der Verbeamtung … Und schließlich ist es auch eine Liebeserklärung an einen verrückten und nie langweiligen Beruf, über den jeder Mensch eine eigene Meinung hat."

Ich kann der oben genannten Beschreibung nur zustimmen. Mit sehr viel Engagement hat Arne Ulbricht über einen der schönsten Berufe der Welt geschrieben. Oft auf bewegende Art, mit viel Gefühl, aber auch durchaus kritisch.

Er ist überzeugt, dass ein Lehreraustauschprogramm zwischen unterschiedlichen bzw. weiterführenden Schulen den betreffenden Lehrern einen ganz neuen Blickwinkel auf den Beruf bieten könnte. Er schreibt: "Ein Gymnasiallehrer, der an eine Grundschule geht, macht dann vermutlich Erfahrungen wie ein Abiturient, der ein freiwilliges soziales Jahr in der Altenpflege macht." Es geht ihm darum, dass jeder Lehrer in seinem Lehrerleben alle 10 oder 12 Jahre ein einziges Jahr an einer anderen Schule unterrichtet. Ich glaube auch, dass dann so mancher zu schätzen lernt, was er an seiner alten Schule hat. Seine Idee finde ich sehr gut, denn aus eigenem Erleben habe ich Ähnliches erfahren.

Der Schreibstil des Autors ist leicht lesbar, der Inhalt sehr unterhaltsam, oft lustig und insgesamt ist es ein Buch, dass jeder (werdende) Lehrer lesen sollte. Danach weiß auch der unbedarfteste Lehramts-Student, was auf ihn zukommen wird.

Fazit: Sehr empfehlenswert! Nicht nur für Lehrer!

Und das erzählt Arne Ulbricht von sich auf seiner Homepage (www.arneulbricht.de):
"Nach Stationen in Kiel (dort geboren im Jahr 1972), Nancy, Tübingen, Paris, Hamburg und Berlin bin ich im Jahr 2009 in Wuppertal gelandet. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und arbeite als Lehrer für Französisch und Geschichte in Teilzeit.
Ich mag: lesen, vorlesen, Hörbücher hören, ins Theater, in die Oper und ins Kino gehen, amerikanische Serien gucken (Twin Peaks, The Wire, Boardwalk Empire, Breaking Bad), laufen, am Strand und auf Friedhöfen spazieren gehen, im Zug oder in der Schwebebahn sitzen, mit meinem Sohn Lego und Sandburgen bauen, Rotwein trinken und nach Berlin, Wien oder Paris fahren. Ich mag nicht: Möbel zusammenbauen, im Garten arbeiten, Feste mit mehr als drei Leuten feiern, länger als zwanzig Minuten in einem Auto sitzen, beim Zeitungslesen gestört werden und Quiz-, Talk- oder Kochshows gucken.
Mit dem Schreiben habe ich – inspiriert durch die Lektüre des Romans Germinal von Emile Zola – 1997 begonnen."

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