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Spielen will gelernt sein!?
Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung
von Reinhilde Stöppler u. Meindert Haveman
Mitarbeit: Rebekka Jöst und Carina Wirth
152 Seiten, farbige Abb.,
Format 16x23cm, Ringbindung
verlag modernes lernen, 2009
ISBN 978-3-8080-0644-3
Preis: 19,80 Euro / 32,00 CHF

Die pädagogisch wertvolle Bedeutung des Spiels für die Entwicklung des Kindes ist unumstritten. Auch die Geistigbehindertenpädagogik macht sich diese Erkenntnis schon lange zunutze und setzt das Spiel als Unterrichtsmittel ein. Doch viele der bekannten neuen und alten (Gesellschafts-)Spiele sind für Menschen mit geistiger Behinderung zu schwierig.

Aus diesem Grunde haben die beiden Autoren gemeinsam mit den Studierenden der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Universität Dortmund im Rahmen von Spielförderungsseminaren Wege gesucht (und gefunden), wie man verschiedene Spiele, u.a. Kniffel und Memory, für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung so anbieten kann, dass sie von ihnen verstanden und gespielt werden können.

Die Gestaltung (Handhabung und Übersichtlichkeit) spielt bei den Spielen eine große Rolle. Besondere Hilfen müssen teilweise bereitgestellt werden. Eine Reduzierung der Spieldauer und des Materials sind häufig empfehlenswert.

Zu Beginn jedes Spiels befindet sich eine Legende, mit der die wichtigsten Angaben über das Spiel kurz zusammengefasst sind (Spielform, Material, Spieldauer, Förderbereiche, Spieldynamische Grundmuster, Arbeitsaufwand und Herstellungskosten, Beschreibung des Spielmaterials, Beschreibung des Spiels, Variationen).

In dem Buch Spielen will gelernt sein!? finden wir folgende Spiele für den Einsatz bei Menschen mit geistiger Behinderung:

Modifikationen:
Confusion
Cranium
Elfenland
Halli Galli
Jeopardy
Kniffel
Memory
Mensch ärgere dich nicht
Phase 5
Das verrückte Labyrinth

Neuentwicklungen:
Das Fleckenschaf
Der fliegende Teppich
Fuchs, Gans, Brennnessel
Das große Fühlboxwettrennen
Oh je, wie sieht die Küche aus
Die Schatzinsel
Symbolipo

Insgesamt sind die Modifizierungen und Neuentwicklungen der Spiele sehr gut gelungen. Viele Kopiervorlagen und Bastelanleitungen erleichtern die Anfertigung.

Die Spiele haben unterschiedliche Anspruchsniveaus und Akzentsetzungen und sind daher vielfältig einsetzbar. Sie eignen sich nicht nur für den Einsatz in Förderschulen, sondern auch sehr gut für Kinder, die den allgemeinen Anforderungen der "normalen" Spiele nicht gewachsen sind, sei es, dass sie zu komplex oder kognitiv und/oder motorisch zu anspruchsvoll sind.

Fazit: Spiele für die Praxis für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen.

Prof. Dr. Reinhilde Stöppler lehrt am Institut für Heil- und Sonderpädagogik der Justus-Liebig-Universiät Gießen.

Prof. Dr. Meindert Haveman lehrt an der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der Technischen Hochschule Dortmund.

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