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Ist mein Kind schulreif? (1 Seite)

Empfehlungen für Eltern

Es ist eine schwere Entscheidung für Eltern, ob sie die Möglichkeit zur vorzeitigen Einschulung nutzen sollen. Eltern mit einem so genannten Kann-Kind stehen vor einer schwierigen Entscheidung: Sollen sie es vorzeitig einschulen oder ihm noch ein Jahr im Kindergarten gönnen?

Kann-Kinder sind all diejenige, die nach einem bestimmten Stichtag sechs Jahre alt werden. In den meisten Bundesländern ist das der 30. Juni. Wer vorher sein sechstes Lebensjahr vollendet hat, muss ab Spätsommer in die Schule. Wer zwischen 1. Juli und 31. Dezember sechs wird, kann eingeschult werden. Und wann ist ein Kann-Kind reif für die Schule?

Von einem Schulanfänger wird heute erwartet, dass er alles kann:

Eine Stunde lang still sitzen.

Sich gut konzentrieren.

Enttäuschungen aushalten und eigene Wünsche zurückstellen.

Eine kleine Geschichte korrekt nacherzählen.

Einfache Formen, Buchstaben und Zahlen nachmalen.

Einfache Dinge basteln, mit Schere und Klebstoff umgehen.

Sich ohne Probleme auch für mehrere Stunden von seinen Eltern trennen.

Fehlerfrei sprechen.

Sich komplett an- und ausziehen und allein zur Toilette gehen.

Eltern, die unsicher sind, können ihr Kind einen Schuleignungstest machen lassen, wie ihn zum Beispiel Erziehungs-Beratungsstellen anbieten. (Wer sonst noch Schulreifetests durchführt, erfahren Eltern in der Regel im Schulsekretariat oder beim Schulpsychologen). Dort nehmen mehrere Kinder an einem Probeunterricht teil.

Die Psychologen achten darauf, ob die Kinder die oben genannten Kriterien erfüllen. Sie testen nicht nur, ob die Fünfjährigen auf Bildern fehlende Linien ergänzen, Details erkennen und Äpfel, Würste und Nüsse zählen können. Sie registrieren auch genau, wie kooperativ sie sich beim Spielen verhalten und ob sie sich mit Augenkontakt verabschieden oder nicht.

Es kann sein, dass einem Kind das Zeugnis ausgestellt wird, aufgeweckt und sozial kompetent zu sein. Dennoch wird den Eltern geraten, sich das mit der Einschulung noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen,  wenn zum Beispiel zwei Aufgaben auf dem Testbogen nicht richtig gelöst sind und eine leichte feinmotorische Schwäche sichtbar ist. Die Psychologen werden den Eltern dann wahrscheinlich sagen: Ihr Kind kann durchaus jetzt schon in die Schule. Aber in einem weiteren Kindergartenjahr könnte es die kleine Schwäche bestimmt aufholen und würde dann auf der Schule sicher weniger Probleme haben.

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